Photovoltaik im Winter: Mythen und Fakten
Viele denken, Solaranlagen produzieren im Winter kaum Strom. Die Realität ist differenzierter – und oft besser als erwartet.
Ertragsdaten für München
Hier die monatlichen Erträge einer 10-kWp-Anlage in München laut Simulation mit PVGIS, dem Photovoltaik-Rechner der EU-Kommission (Wetterjahre 2005–2020, 14 % Systemverluste):
| Monat | Süd, 35° Neigung (kWh) | Ost-West, 15° Neigung (kWh) |
| ------- | ------------------------ | ----------------------------- |
| Januar | ca. 490 | ca. 255 |
| Februar | ca. 655 | ca. 415 |
| März | ca. 980 | ca. 750 |
| November | ca. 545 | ca. 300 |
| Dezember | ca. 490 | ca. 225 |
| Diese 5 Monate | ca. 3.160 (rund 28 % des Jahres) | ca. 1.945 (rund 21 % des Jahres) |
| Gesamtjahr | ca. 11.150 | ca. 9.200 |
Reale Anlagen liegen oft darunter: Schneebedeckung, Verschattung und Verschmutzung sind in der Simulation nicht berücksichtigt.
Das bedeutet konkret
Eine nach Süden ausgerichtete 10-kWp-Anlage erzeugt laut PVGIS:
- Im Dezember und Januar durchschnittlich rund 16 kWh pro Tag – bei Ost-West-Ausrichtung nur etwa die Hälfte
- An trüben Tagen deutlich weniger: Die Hälfte der Dezember- und Januartage liegt bei rund 10–11 kWh oder darunter
- An klaren Wintertagen rechnerisch rund 35 bis 40 kWh – sofern die Module schneefrei sind
Tipps für maximalen Winterertrag
1. Schnee entfernen: Nur bei sicherer Erreichbarkeit, meist taut er schnell selbst
2. Steilere Module: Eine steilere Neigung fängt die tief stehende Wintersonne besser ein
3. Ausrichtung: Ost-West-Anlagen verteilen den Ertrag über den Tag, liefern im Winter aber deutlich weniger als Südanlagen (siehe Tabelle)
4. Speicher nutzen: Die wenigen Sonnenstunden optimal speichern
Der Stromspeicher macht den Unterschied
Im Winter ist ein Stromspeicher besonders wertvoll:
- Vormittags produzierter Strom wird abends genutzt
- Im Winter wird ohnehin ein großer Teil des erzeugten Stroms direkt im Haus verbraucht
- Weniger teurer Netzstrom nötig
Fazit
Der Winter ist kein Grund gegen eine Solaranlage. Die Wirtschaftlichkeitsrechnung berücksichtigt die Jahresproduktion – und die liegt laut PVGIS in München bei rund 920 kWh pro kWp (Ost-West, 15°) bis rund 1.100 kWh pro kWp (Süd, 35°). Mit welchem Ertrag Ihr Dach rechnen kann, berechnen wir im Angebot.
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